Soo, hallo ihr Lieben!
Nur um die chronologische Reihenfolge des Kapitels klarzustellen: Der Epilog hat im Sommer stattgefunden, ein halbes Jahr nach der Entführung um Halloween bis Weihnachten herum. DAZWISCHEN (nämlich ein paar Wochen nach Weihnachten, vermutlich im späten Januar) findet dieses Bonuskapitel hier statt. Die Galotti-Aufführung ist ganz frisch vorbei, Ezra und Thrawn sind logischerweise noch nicht verlobt und die beiden hatten vermutlich auch noch keine Zeit, ihre Beziehung so richtig zu pflegen.
Das ist einer der ersten Absätze in dem Kapitel, ich hab alle nötigen Informationen ganz an den Anfang gestellt, damit die Verwirrung möglichst klein bleibt! Hoffe es hat geholfen!
Ezra ist vorhin gegangen. Das alles ist jetzt ein paar Wochen her. Die Weihnachtsferien sind rum.
Und die Aufführung war gestern und wir hatten heute endlich Zeit, uns in aller Ruhe darüber zu unterhalten.
ich glaube, bevor ich auf das Kapitel eingehe, würde ich gerne meinen Standpunkt zu den beiden Akteuren einzeln verdeutlichen und vielleicht ein paar Fragen klären, die nach dem Kapitel noch offen bleiben.
Zu Thrawn:
Der Thrawn, den ihr hier kennenlernt, wie er in seiner Jugend war und sich entwickelt hat, das ist nachvollziehbarerweise kaum noch mit dem Original zu vergleichen. Es ist mir mittlerweile auch lieber, diesen Charakter mit Nero (also dem Vornamen, den er in dieser Story hat) anzusprechen. Ihr erfahrt hier einiges über die Backstory, die ich mir für ihn ausgedacht habe und ich liebe ihn einfach über alles!
Ihr wusstet bereits aus dem Emilia-Galotti-Kapitel, dass Thrawns Mutter früh gestorben ist und sein Vater ihn sehr früh aufs Internat geschickt hat. Hier erfahrt ihr noch, dass sein Vater von Zeit zu Zeit handgreiflich geworden ist und Thrawn nachvollziehbarerweise *Angst* vor Maul als gleichwertig aggressivem Menschen hatte.
Auch wenn die Szene auf dem Schulhof vllt etwas verwirrend wirkt, sowohl Thrawn als auch Maul sind hier bereits Lehrer (wenn auch nicht lange) an Ezras späterer Schule und beginnen ihre Beziehung.
Thrawn ist in meiner Story kein vollwertiger Psychopath. Er findet sich bestimmt irgendwo in Psychopathie als Spektrum wieder, aber er kann durchaus Gefühle und Empathie empfinden. Weiterhin verdammt intelligent und ist teilweise autistisch, was seine Ticks und Zurückgezogenheit besser erklärt. Und das lässt ihn nach grob 35 Jahren Lebenserfahrung kalt und psychopathisch und skrupellos rüberkommen.
Wie Maul sagt, hat Thrawn angefangen, diese Eigenschaften zusammen mit Stolz und Kaltschnäuzigkeit wie Mauern um sich herum aufzubauen und kaum jemanden an sich ranzulassen. In seinen 20ern war er ja so offen und neugierig, auf Maul einzugehen, aber dass das mit ihm kaputtgegangen ist, hat ihn hart getroffen. Wir können nicht mit Sicherheit sagen, wie viele Beziehungen oder Liebschaften er davor oder nach Maul hatte, aber wir können sagen, dass es nichts Ernstes war. Wenn Thrawn ernst macht, dann sieht das so aus wie mit Ezra oder Maul – Maul ist hier das bessere Beispiel, weil Thrawn auch nach *Jahrzehnten* noch an ihm hängt.
Dennoch ist das Kapitel hier nicht als Betrügen oder Hintergehen von Ezra anzusehen. Absolut nicht! Ich hätte die beiden zwar liebend gerne wieder zusammengeführt, aber die beiden begreifen, dass sie auf einer so engen Beziehungsebene nicht zusammenpassen. Dafür empfinden sie aber immer noch Anziehung zueinander, sei diese jetzt platonisch, sexuell, romantisch oder alles gemischt. Ich finde, die beiden haben es absolut verdient, ihren Beziehungsstatus hier nochmal auszukaspern und zu begreifen, was genau sie vom anderen wollen und was nicht.
Maul ist für Thrawn der größte Halt, der größte Freund auf dieser Welt – und auch sein größtes Gift, wenn er zu viel von ihm verlangt. Ich hoffe inständig, dass die beiden glücklich werden mit der Freundschaft, die sie jetzt hoffentlich pflegen.
Zu Maul:
Ich wollte im letzten Kapitel nochmal klarmachen, dass alle Charaktere in dieser Story tatsächlich „crooked“ sind, also in irgendeiner Art und Weise krank, kaputt oder eingeschränkt. Maul trifft das am härtesten. Er ist nicht nur körperlich behindert durch seine Beine, er ist auch erwiesenermaßen psychisch krank mit seiner Anfälligkeit für Suchtmittel (sei das jetzt Alkohol, exzessiver Sport oder Aktivität (yes, Sex counts), oder Thrawn als Person), seinen aggressiven Tendenzen und seiner bipolaren Störung (wie Thrawn ihn mal vor ein paar Kapiteln diagnostiziert hatte). Soweit ich bipolare Störungen begriffen haben, sind sie ein rapides Auf und Ab an Stimmungen, was ohne Medikamente meist von Depression zu Manie und eben Aggression schwankt. Und das sehen wir ja auch ganz schön über die komplette Story verteilt. Maul ist zumeist der Überschwängliche, der Hitzkopf. Ezra kriegt das gar nicht so sehr mit, aber Thrawn für seinen Teil macht sich doch Sorgen.
Völlig zurecht hat sich Thrawn Sorgen um Ezra gemacht, als dieser ihm seine Freundschaft zu Maul gebeichtet hat. *nur* Thrawn weiß, wie sehr Maul im schlimmsten Fall austicken kann (und das mit Jarrus ist nur aus dem Affekt passiert, er weiß eher von dem psychischen Terror, den Maul in einer Beziehung, wenn auch nur platonisch) auslösen kann.
Aber zum Glück gehört dieses toxische Verhalten hauptsächlich der Vergangenheit an (ich kann nicht sagen, ob Maul nochmal austickt oder nicht; ich hoffe es jedenfalls nicht) und Maul ist ein unglaublich ausgeglichener, erfahrener und liebevoller Charakter geworden.
Trotz den ganzen Herausforderungen, denen er sich im Laufe seines Lebens stellen musste, ist er nicht verbittert, ist er nicht hasserfüllt und wütend geworden wie im Canon – hier hat er seinen Frieden damit gemacht. (Liegt vermutlich daran, dass er Obi-Wans Identität niemals erfahren hat)
Und er stellt sich für Thrawn als ein Wundermittel heraus, einen Katalysator, wenn man so will. Bei jeder Gelegenheit in ihrer früheren Beziehung fordert er ihn heraus, lockt ihn aus seiner Komfortzone, und rundet ihn dabei ganz unbewusst als Menschen ab. Nicht zu vergessen, dass Thrawn Maul Vorsicht und Vertrauen und Bindung lehrt, die Maul vielleicht vorher nicht so ganz gekannt hat.
Ein kurzes Wort zu Mauls Gefühlschaos: Der Beginn des Kapitels und alle Flashbacks deuten auf ein erotisches Interesse an Thrawn hin, jedoch schwenkt das zu Ende hin um und verbleibt als starke, platonische Zuneigung. Ursprünglich hat dieses Kapitel mit der schlechten Aussicht geendet, dass ihre Beziehung damals scheitern würde und auch in der Gegenwart durch Ezra keine Zukunft hat – aber das war mir letztendlich doch zu tragisch. Ich wollte den beiden Hoffnung machen, weil es mehr gibt als nur sexuelle Anziehung und vor allem Maul muss sich damit arrangieren, dass es vielleicht gar nichts anderes mehr für ihn gibt. So sehr er auch mit der Vergangenheit vergleicht und sich daran erinnert fühlt, so anders ist es dennoch in der Gegenwart.
Und ich wollte zeigen, dass das okay ist.
Ich wollte auch zeigen, dass alles andere an den beiden *okay* ist. Mauls Narben sind okay. Thrawns Angst davor und sein Zögern. Das gegenseitige Interesse der beiden aneinander ist okay. Es ist okay, dass Maul beinahe handgreiflich und missbrauchend geworden wäre und es jetzt bereut. Es ist okay, dass die beiden nicht mehr zusammenkommen, aber trotzdem so eng wie noch nie zuvor miteinander sind. Es ist okay, dass beide Medikamente nehmen müssen, um mit ihren psychischen Krankheitsbildern klarzukommen. Es ist okay, zu einem Therapeuten zu gehen, sich Hilfe zu holen und sich Leuten damit anzuvertrauen. Es ist okay, dass keiner von beiden perfekt ist, dass sie Fehler gemacht haben, machen werden und irgendwie so durchs Leben schlittern – und dabei Spaß haben.
Es. ist. okay.
Ich finde die Beziehung der beiden ein Vorzeigebeispiel und ich habe meines Wissens nach noch nie so etwas Tiefgreifendes geschrieben. Ich mag diese Beziehung lieber als die von Thrawn und Ezra, hauptsächlich durch den ganzen Hintergrund (dafür favorisiere ich in Indigo das EzraXThrawn über MaulXThrawn). Ihr habt von dieser Beziehung jetzt 30 Seiten gelesen, es existieren aber noch rund 70 (A4) mehr, die einzelne Details davon beleuchten. Ich würde diese Schnipsel liebend gern mit euch teilen, leider ist nichts davon genug zum Hochladen oder für ein eigenständiges Kapitel. Es sind eben nur Streiflichter, ganz verstreut aus dem Leben der beiden.
Mir ist wichtig zu betonen, dass die beiden kein Friede-Freude-Eierkuchen-Paar sind und dass sie in mancher Hinsicht einfach nicht funktionieren (langanhaltende Beziehungen auf engstem Raum zum Beispiel). Maul hat Thrawn psychisch und fast physisch terrorisiert, und Thrawn hat es provoziert und Maul gedrängt, verurteilt und ihn immer verbessern wollen. Er hat sich zwar in die Opferrolle drängen lassen, ist aber kein Unschuldslamm bei der Sache. Keiner von beiden ist durchgehend gut. Aber auch nicht durchgehend schlecht. Es ist mir wichtig zu zeigen, dass die beiden Menschen sind, die über einen längeren Zeitraum hinweg ihr Verhalten verbessern und anpassen können und sich aus meiner Sicht Vergebung verdienen.
Es gibt Sachen, die ich nicht verzeihen würde. Sowas wie von Robs Dad zum Beispiel, dem Mistkerl. Maul ist aber nicht so. Es gibt manche Menschen, die einfach nicht lernen wollen, obwohl man ihnen ins Gewissen redet. Aber Maul arbeitet an sich und das macht mich stolz. Ich hoffe ihr versteht also, wo ich die Grenze ziehe, dass Hoffnung in eine Person manchmal angebracht, aber nicht immer die erste Lösung ist.
Hui … okay. Damit habe ich mir jetzt schonmal einiges von der Seele geredet.
Ich gehe jetzt nochmal das Kapitel durch und teile mit euch, was mir währendessen dazu einfällt.
Das Kapitel:
- Ich finde die Auflösung unglaublich niedlich, dass Thrawns schwarzer Rollkragenpulli ein Geschenk von Maul war.
Das lass ich jetzt so stehen, ich lieb das einfach x3
- Der Lovecraft-Witz ist für mich der beste der gesamten Story und das kann mir niemand ausreden xD
- Maul mit Zungenpiercing. Just imagine.
„Bin ich eigentlich … naja, dein Erster?“, will ich wissen und entscheide mich, ein bisschen in seiner Vergangenheit herumzustochern, von der ich bisher noch nicht viel erfahren hab. Er ist nicht sehr redselig.
Er nickt ganz leicht.
- Thrawn lügt hier. Oder zumindest verschweigt er ein bisschen. Vor Maul hat er mit Nevil Cygni geschlafen, er hatte nur keine feste Beziehung mit ihm. Nevil, Nightswan aus dem Original und der Antagonist aus dem ersten Thrawn-Roman, findet eine kurze Erwähnung in dieser Story, als Ezra die Fotos auf Thrawns Website durchschaut und ihn dort entdeckt. Thrawn behauptet dort, die beiden wären „Freunde aus Studienzeiten“ gewesen. Auch er bekommt mehr Spotlight in der Hintergrundstory, die ich noch extra verfasst habe, die ich aber nur auf Wunsch irgendwem zeigen würde ^^
… Gar kein Urteil? Gar kein bissiger Kommentar? Ich sehe ihn an. Und meine Augen gewöhnen sich langsam an die Dunkelheit.
Er scheint wirklich erwachsen geworden zu sein. Das fahle Licht von draußen malt sein Gesicht in geheimnisvollen Schemen. Seine Augen leuchten beinahe. In mir kribbelt alles. Funken springen über, von einem Nervenpunkt zum nächsten.„Ja“, hauche ich. Mehr als alles andere ja.
- Thrawn hat auch Charakterentwicklung! Sehr dolle sogar!
- oh. hab ich das schon erwähnt? Das Kapitel wird sehr intim xD
- guys – the honey is back 8D
- Thrawn hat keinen Würgereiz mehr. Das stammt aus seiner sehr suspekten Jugendzeit. Und es ist ein karmatischer Ausgleich zu INDIGO, weil da ja Ez gut mit seinem Würgereiz umgehen konnte und hier ist es diesmal umgekehrt 8D hehe. Ich nenne es ‚ausgleichende Gerechtigkeit‘
- Songempfehlungen für das Pairing:
- Jaymes Young – I’ll be good
- Dean Lewis – Under Your Love;
- Billy Raffoul – Until the Hurting is gone UND I’m not a saint;
- gnash – i hate you i love you (aber die daycore-Version xD)
- Air traffic controller – This is love (aber BITTE diese Variante )
- the unlikely candidates – oh my dear lord
- der Wechsel zwischen den Flashbacks und der Gegenwart soll übrigends die grundlegende Tonalität angeben, es schwankt sehr schnell hin zur Erotik, bleibt aber nicht dabei, sondern schwingt wieder zurück zu platonischen Fluff-Szenen und bleibt dann letztendlich auch mit dem Fokus darauf
Er lächelt und es ist ein ganz zauberhaftes Lächeln. Dann richtet er sich wankend auf, zieht den Pulli hervor, legt ihn zusammen und neben das Bett auf den Boden.
„Dann werd‘ ich ihn immer tragen. Zu besonderen Anlässen, mein ich. Wie – … dem ersten Tag im Schuljahr. O-oder die Aufführungen. Oder für Leute, die ich mag. Also für dich.“
- in Retrospektive bringt mich das immer voll zum heulen qwq wenn man bedenkt, wann Thrawn den Pulli innerhalb der Story immer getragen hat…
„Das ist es“, hat er geflüstert und ich habe Tränen in seinen Augen schimmern sehen.
„Eines Tages stehe ich hier oben – mit meinem Kurs – dem ich ein Stück beigebracht habe – mit einem Schüler, der die Hauptrolle spielt und … dann bekommen sie den Applaus, den sie verdient haben.“
Ich habe ich zu ihm gelehnt, einen Arm um ihn gelegt und ihm einen Kuss auf die Wange gesetzt.
„Nein – du bekommst den Applaus, den du verdient hast, Thrawn.“
- Stichwort Lehrerdasein: Thrawn geht mit so viel Hoffnung an seinen Beruf ran und wird für seine neuartige Lehrmethode dann von der Öffentlichkeit so gebashed. Man bedenke, dass er in ein paar Jahren ungerechtfertigt als Kinderschänder verschrien ist. Ouff. Ich mein – er tut mir dabei richtig leid! Er hat noch Träume!! Und süß ist es auch, dass sich diese träumerische Vision ja mit Ezra dann auch erfüllt.
Er knallt die Tür hinter sich zu. Und schließt ab.
Der Lichtspalt unter seiner Tür flammt auf. Der Rest der Wohnung ist ganz dunkel.Ich sehe ihm kopfschüttelnd nach. Idiot. Bin doch gar nicht müde. Und auf ihn hören werde ich schon gar nicht. Missmutig trete ich zum Kühlschrank, mache ihn auf und greife mir ein Bier aus dem Getränkefach.
Nur ein Schluck, den brauch ich jetzt …
- man bedenke, dass das Kapitel ursprünglich mit dem Absatz *geendet* hätte o_o ich hab den Streit oder das danach übrigens nicht weiter ausgeführt, weil man eigentlich schon weiß, was passiert. Das ist die Nacht von Mauls Unfall. Er ist so bockig und betrunken, dass er Nero gleich durch die Tür anschreien wird, dass es vorbei ist; dann geht er in die Bar und wird ein paar Stunden später von Kenobi angefahren. Und dann nehmen die Dinge ihren Lauf.
„U-und wir könnten zu Treffen fahren, weißt du? Sowas gibt es bestimmt. Die anonymen Psychopathen, oder so.“
Er schenkt mir einen verkniffenen Blick zu, der so viel sagt wie Du bist so ein Idiot. Sein Kichern klingt ganz kindlich. Er gluckst vor sich hin und kann sich nicht entscheiden zwischen Weinen und Lachen.
- zweitbester Joke im Kapitel. und ich finde es so herzerweichend, dass Thrawn endlich mal so auftaut und ganz hemmungslos kichert und lacht und schluchzt und heult – das wird noch EWIG dauern, bis er das bei Ezra kann. Und es sind sicher nicht nur die Medikamente!!
Also ich weine grade ein bisschen. qwq
Ich hoffe, euch hat das Kapitel gefallen und es hat euch die beiden Verrückten hier noch etwas näher gebracht. Es steckt eine ganze Menge Liebe und Hintergedanke in ihnen!
Danke fürs Lesen, es ist bestimmt etwas länger geworden qwq
Ich hab euch alle lieb und verarbeite jetzt mal meine Sinnkrise x3 es war eine tolle Zeit!!
wer mich neben dem schriftstellerischen auch noch erleben will, darf mir gerne auf Twitter oder Insta folgen (Link im Profil) – da kommt Kunst und so owo Ich würd mich freuen, wenn ich mit euch noch etwas länger in Kontakt bleiben könnte x3
lg, Mary
